Winter in Finnland – Klischees und Realität


Ich habe mich getraut ein verlängertes Wochenende im Winter in Finnland zu verbringen. Dabei sind mir nicht nur viele Klischees begegnet, sondern vor allem die harte Realität der winterlichen Kälte. Mit etwas Verspätung und ohne Gepäck kam ich in Helsinki an, wo mich Freunde vom Flughafen abholten. Wir fuhren mit dem Auto knapp 3 Stunden Richtung Norden nach Jyväskylä, um dort am selben Abend noch die Abschiedsparty einer Freundin zu feiern.

Winter in Finnland

Winter in Finnland – Jyväskylä

Nach etlichen Kilometern Wald, Schnee und Dunkelheit (wir befinden uns im Monat Dezember),kamen wir endlich an und parkten direkt vor der Parytlocation. Umziehen brauchte ich mich nicht, mein Gepäck ist ja schließlich nicht mit mir nach Finnland gereist.
Der Partyraum lag versteckt in einem Innenhof. Ich fragte mich schon die ganze Zeit, was mich an diesem Abend wohl erwarten würde. Was mich dann tatsächlich erwartete, waren sämtliche Klischees über Finnland, Realität geworden in einem Raum.
Die Party findet in einem Saunakeller statt, in dem bereits zwei blonde Jungs, nur in Handtücher gewickelt, Bier trinken und Eishockey schauen. Willkommen in Finnland! Meinen Bikini hatte ich natürlich eingepackt, leider hatte ich ihn nun nicht da. Die Party war trotzdem großartig, denn die Finnen trinken nicht nur sehr viel, nein, sie sind auch sehr gastfreundlich und fast alle Anwesenden redeten den gesamten Abend über Englisch, damit ich an den Gesprächen teilhaben konnte.
Danach gingen wir noch in zwei verschiedene Clubs, die mir ein weiteres Vorurteil bestätigten, Alkohol ist in Finnland verdammt teuer, was mir allerdings den Kater am nächsten Tag ersparte.
Der nächste Tag begann und endete nicht nur in Dunkelheit, er war die ganze Zeit über dunkel. Aber dafür nicht so kalt wie ich erwartet hatte. Minus 12 Grad sind hier durchaus aushaltbar. 🙂 Beim Einkaufen begegneten mir abermals einige finnische Kuriositäten. Beheizte Fußgängerzonen und Bärenfleisch in Dosen sind hierbei nur die Highlights.

Winter in FinnlandBeheizte Fußgängerzone

Winter in Finnland

Mir fällt auf, dass die Finnen extrem schüchtern und zurückhaltend sind. Es ist garnicht so einfach mit Fremden ins Gespräch zu kommen. Auch nicht bei dem Punkkonzert am Abend. Hier konnte ich nun großartig beobachten, wo die Finnen ihre Prioritäten setzen. Während Männer und Frauen eine Toilette benutzen, wird andererseits vor der Bühne streng zwischen „Trinkern“ und „Nicht-Trinkern“ unterschieden. Jeder der ein alkoholisches Getränk hatte, durfte die abgesperrte Box neben der Bühne nicht verlassen. Nur ohne Getränk konnte man sich auch direkt vor die Bühne stellen. Auch an diesem Abend besuchten wir wieder die Clubs der Stadt, wieder reichte mein Geld nicht für einen Kater.

Winter in Finnland – Helsinki

Den letzten Tag verbrachten wir dann in Helsinki. Durch die Nähe zum Meer ist es dort schon sehr, sehr kalt.

Winter in Finnland HelsinkiIn Helsinki ist es verdammt kalt

Winter in Finnland Helsinki

Viel von Helsinki habe ich leider nicht gesehen, da es mir für Sightseeing eindeutig zu kalt war. Und so haben wir den letzten Abend gemütlich in einer Bar ausklingen lassen, bevor ich Finnland wieder verlassen hab.
Finnland ist wirklich wunderschön aber ich kann mir nicht vorstellen dort zu leben. Die ständige Dunkelheit während des langen Winters ist schon nach drei Tagen sehr bedrückend und der viele Schnee schränkt die Freizeitaktivitäten im Freien doch schon gewaltig ein (obwohl ich überraschend viele Radfahrer gesehen hab). Wie seht ihr das, könntet ihr euch ein Leben im kalten Norden vorstellen?

Winter in Finnland


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2 Gedanken zu “Winter in Finnland – Klischees und Realität